Fr. 13.04.2012 „Alles kinderleicht? Wege lesbischer Familienplanung“

Die zunehmende gesellschaftliche Akzeptanz der Vielfalt sexueller Orientierungen erleichtert lesbischen Frauen heute ihr Coming-Out, bevor sie feste intime Beziehungen eingehen. Früher sah das häufig anders aus. Erst im Rahmen einer heterosexuellen Beziehung, oft einer Ehe, wurden sich Frauen ihrer homosexuellen Orientierung bewusst oder fanden den Mut, sie zu leben. Dieser Weg war leidvoll, doch er hatte auch etwas Gutes: Lesbische Frauen wurden in diesen heterosexuellen Bezügen recht unkompliziert zu Müttern. Noch heute stammt die Mehrheit der Kinder lesbischer Mütter aus vorangegangenen heterosexuellen Beziehungen.

Elternschaft und homosexuelle Lebensweisen sind heute zunehmend miteinander denk- und lebbar. Entsprechend wird die Frage nach einem Lebensentwurf mit oder ohne Kinder auch zu einem selbstverständlichen Bestandteil lesbischer Biographien.

Wie realisieren lesbische Frauen heute nach ihrem Coming-Out ihren Elternwunsch? Lesben geben Pflege- und Adoptivkindern ein neues Zuhause. Lesbische Frauen entscheiden sich für ein leibliches Kind durch heterologe Insemination oder realisieren gemeinsam mit schwulen Männern ihren Kinderwunsch als so genannte „Queerfamily“.

Im aktuellen Vortrag werden die Wege der Familienrealisation für Lesben beleuchtet und auf dem Hintergrund der aktuellen Rechtslage in Deutschland diskutiert. Den Vortrag abrunden wird ein Einblick in Unterstützungsnetze von und für Regenbogenfamilien.

Wo: Frauencafè achtbar, 72070 Tübingen, Weberstr.8

wann: 20:00 – 21:30 Uhr

Referentin: Dr. Elke Jansen, Projekt „Regenbogenfamilien“ im LSVD