Landesweites LSBTTI-Netzwerk gegründet

Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, trans- und intersexuelle Menschen arbeiten in Baden-Württemberg für Toleranz und Gleichstellung zusammen.

Über 40 Vereine und Initiativen aus ganz Baden-Württemberg, welche die Interessen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender-Personen, transsexuellen und intersexuellen Menschen vertreten, haben nun ein landesweites Netzwerk gegründet. Das Netzwerk soll nicht nur die Zusammenarbeit der Initiativen untereinander verbessern – und dadurch in der Öffentlichkeit für mehr Bewusstsein für die Belange von Menschen aus dem LSBTTI-Spektrum sorgen – sondern auch den Austausch mit der Politik auf Landesebene intensivieren.

Vorangegangen war das Bekenntnis der grün-roten Landesregierung zu einem Aktionsplan für Toleranz und Gleichstellung, der bereits im Kabinett beraten wurde und in Zusammenarbeit mit den Initiativen und Vereinen in Baden-Württemberg erarbeitet werden soll. Die Absicht ist es, einen gemeinsamen und umfassenden Maßnahmenkatalog zu entwickeln, um sowohl Trans- wie Homophobie besser entgegenwirken zu können, aber vor allem auch um besser über Homo-, Trans- und Intersexualität aufklären zu können. Das Netzwerk sieht in dem Austausch und der Vernetzung den besten Weg, um sich miteinander für ein Klima der Toleranz und Vielfalt stark zu machen. Die Kompetenzen und Erfahrung der Initiativen, die sich dem Netzwerk angeschlossen haben, sollen dabei im Mittelpunkt stehen.

Das Netzwerk versteht sich als von den Parteien unabhängiger Zusammenschluß, welcher die gemeinsamen Anliegen der Initiativen deutlich vertritt und zugleich auf die Arbeit in den jeweiligen Regionen von Baden-Württemberg aufmerksam macht. So soll nicht nur für die großen Themen wie Antidiskriminierung, gesetzliche Gleichstellung, Gewalt gegen Minderheiten, Homoehe oder geschlechtliche Selbstbestimmung sensibilisiert werden, sondern vor allem auch durch gemeinsame Veröffentlichungen und Arbeitsgruppen betont werden, wie wichtig das Engagement in den Regionen und die Experten-Funktion der Initiativen und Gruppen vor Ort sind.

Auf der Gründungsversammlung des Netzwerks im September in Stuttgart wurden drei Personen gewählt, die in den ersten Monaten einerseits den gebildeten Arbeitsgruppen, sowie dem Sozialministerium als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Christoph Michl (IG CSD Stuttgart e.V.), Marion Römmele (FETZ Frauenberatungs- und Therapiezentrum Stuttgart e.V.) und Kim Schicklang (Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V.) betonen dabei, dass das neue Landesnetzwerk immer offen für diejenigen ist, die sich diesem gerne anschließen wollen. Gemeinsam zu arbeiten und sich gleichzeitig breit aufzustellen, sei wichtig, um alle Farben des LSBTTI-Regenbogens in Baden-Württemberg abdecken zu können.

Eine Übersicht der Gruppen im Netzwerk findet sich unter http://landesliste.zentrum-weissenburg.de

Autorin:Kim Schicklang