Adoptionsrecht für homosexuelle Paare

„Vor dem Gesetz sind alle gleich, manche sind gleicher!“

In Deutschland dürfen lesbische und schwule Paare bis heute weder gemeinsam noch das Adoptivkind ihrer Lebenspartnerinnen bzw. Lebenspartner adoptieren. Die CDU wehrt sich vehement, ihrer Pflicht nachzukommen und diese Diskriminierung zu beenden. Die FDP versteckt sich nach wie vor hinter der CDU und glänzt durch Lippenbekenntnisse. Und das obwohl im Koalitionsvertrag von CDU und FDP vereinbart wurde, die Gleichstellung voranzutreiben. Wieder muss das Bundesverfassungsgericht regeln, was die Politik versäumt. Vor dem Hintergrund zweier Klagen gegen das Verbot der sukzessiven Adoption für homosexuelle Paare, haben gestern die Richterinnen und Richter in Karlsruhe in einer mündlichen Verhandlung signalisiert, das Adoptionsrecht zum Wohle der Kinder anzupassen. Mit Ausnahme des Vertreters des „Deutschen Familienverbandes“ haben zudem alle anderen angehörten Verbände und Organisationen für die Zulassung der Stiefkindadoption adoptierter Kinder plädiert. Für den LSVD war Manfred Bruns vor Ort. Dass bislang dem Adoptivkind in einer Lebenspartnerschaft immer die Hälfte der rechtlichen Absicherung und Anerkennung fehlt, dient wohl kaum dem Kindeswohl.

Der LSVD Baden-Württemberg kann sich dem nur anschließen und freut sich, dass auch die mediale Berichterstattung mit Unverständnis auf die derzeitige Diskriminierung von Regenbogenfamilien reagiert. Elke Jansen vom LSVD-Projekt Regenbogenfamilien hat unter http://lsvd.de/1736.0.html ein paar sehr lesenswerte Artikel zusammengestellt.

Wir, der LSVD, stehen an der Seite von Regenbogenfamilien und werden uns dafür einsetzen, dass unsere Kinder die gleichen Rechte bekommen, wie andere Kinder auch. Wir rufen jede und jeden dazu auf, uns im Kampf für gleiche Rechte, Vielfalt und Respekt zu unterstützen. ZUM WOHLE DER KINDER !

Markus Ulrich und Brigitte Aichele-Frölich