Am 17.05. ist Internationaler Tag gegen Homophobie

Mit Information und Luftballons auf der Königstraße gegenIDAHO2013_Plakat Intoleranz und Diskriminierung

Seit 2005 wird der Internationale Tag gegen Homophobie jährlich am 17. Mai begangen. Ziel der weltweit durchgeführten Aktion ist es, Respekt gegenüber Lesben und Schwulen einzufordern. Das Datum wurde als Erinnerung an den 17. Mai 1990 gewählt, den Tag, an welchem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschloss, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel zu streichen.

Zugleich ergeben sich in der Schreibweise zufällige Parallelen zwischen dem Datum 17.5. und dem ehemaligen Paragraphen 175 des deutschen Strafgesetzbuches, welcher Homosexualität in der Bundesrepublik Deutschland noch bis 1969 unter Strafe stellte.

Homophobie *1 – die Angst vor Homosexualität – ist trotz vieler rechtlicher Fortschritte im Alltag noch weit verbreitet. Unter Jugendlichen ist Homosexualität wieder ein zunehmendes Stigma, „Schwule Sau“ und „Kampflesbe“ sind die Inbegriffe der Abwertung.

In alltäglichen Lebensbereichen, wie der Arbeitswelt oder dem Sport, sind der schwul-lesbische Lebensentwurf und ein offener Umgang damit weiterhin Tabuthemen. Homosexuellen fehlt aufgrund rechtlicher Repressalien in der Vergangenheit ein Stück Geschichte, welches für die eigene Identität aber auch für Abbau von Homophobie in der Gesellschaft elementar, wenn nicht unabdingbar, ist.

„Schwule Säue“ und „Kampflesben“ am Infostand

Anlässlich des diesjährigen Internationalen Tages gegen Homophobie am 17.05.2013 zeigen in der baden-württembergischen Landeshauptstadt „Schwule Säue“ und „Kampflesben“ Flagge für eine Gesellschaft, die auf Vielfalt sowie ehrlicher Akzeptanz baut.

Konkret informieren am Freitag, den 17. Mai 2013 Vertreter_innen örtlicher Organisationen über die noch immer vorhandene Intoleranz und Homophobie gegenüber Lesben und Schwulen. Von 11 bis 19 Uhr wird an einem Informationsstand auf der Königstraße (U-Bahn-Abgang „Rotebühlplatz“) zum Dialog eingeladen. Auffällige Materialien wie Banner, Plakate und Flyer sorgen für größtmögliche Aufmerksamkeit.

Luftballon-Aktion um 17:50 Uhr

In Anlehnung an das Leid, welches homosexuellen Menschen aufgrund des Paragrafen 175 StGB noch bis in die jüngste Vergangenheit widerfahren ist, werden um 17:50 Uhr bunte Luftballons als auffälliges Zeichen der Erinnerung in den Himmel steigen. Frei nach dem Motto: Wir lassen gemeinsam Homophobie fliegen und die Akzeptanz steigen!

Abschluss: Gay-Filmnacht im CinemaxX, Bosch-Areal

Als Abschluss des diesjährigen Internationalen Tages gegen Homophobie am 17.05. in Stuttgart lädt das CinemaxX Kino an der Liederhalle ab 21 Uhr zur monatlichen Gay-Filmnacht in Bosch-Areal. Gezeigt wird der Film „Freier Fall“ *2. IG CSD, LSVD, schwulst und Völklinger Kreis sind auch hier vor Ort und ziehen ein Resümee des Tages.

*1 Homophobie  (von griech. ὁμός homós: gleich; φόβος phóbos: Angst, Phobie) bezeichnet hauptsächlich eine soziale, gegen Lesben und Schwule gerichtete Aversion beziehungsweise Feindseligkeit oder „die irrationale, weil sachlich durch nichts zu begründende Angst vor homosexuellen Menschen und ihren Lebensweisen“. Quelle: Wikipedia

*2 Freier Fall  Karriereaussichten bei der Bereitschaftspolizei, Nachwuchs unterwegs, die Doppelhaushälfte von den Eltern vorfinanziert: Marcs Leben ist gut eingerichtet. Doch dann lernt er bei einer Fortbildung den Kollegen Kay kennen. Beim gemeinsamen Lauftraining lernt Marc ein neues Gefühl von Leichtigkeit kennen – und wie es ist, Gefühle für einen Mann zu entwickeln. Hin- und hergerissen zwischen der ihm vertrauten Welt und dem Rausch der neuen Erfahrung gerät ihm sein Leben zusehends außer Kontrolle. Im freien Fall kann Marc es niemandem mehr recht machen. Am wenigsten sich selbst. Quelle: www.freierfall-film.de