Die CSD-Saison 2022 in BW

Archivfoto: IG CSD Stuttgart
Archivfoto: IG CSD Stuttgart

Klar, wir wissen alle nicht, wie es dieses Jahr mit Corona sein wird. Aber Regenbogenfahnen raus: In den Communities in Baden-Württemberg wird nach zwei Jahren Pandemie für diese Saison weitestgehend wieder „normal“ geplant. Folgende Termine könnt Ihr Euch schon mal in den Kalender schreiben.

Kernstück aller Prides in unserem Bundesland ist natürlich wieder der Christopher Street Day in Stuttgart. Parade und Kundgebung finden wie immer am letzten Samstag im Juli statt. Das ist in diesem Jahr der 30.07.. Startschuss für die queeren Tage in der Landeshauptstadt ist der 15. Juli, da gibt es – hoffentlich – den CSD-Empfang im Rathaus. Vom 15. bis 31. Juli findet an verschiedenen Orten in der Stadt das CSD-Kulturfestival statt, für das Verbände und Organisationen sich mit eigenen Veranstaltungen anmelden können. Auch eine Hocketse auf Marktplatz, Schillerplatz und in der Kirchstraße soll es dieses Mal wieder geben, am 30. und 31. Juli. „Community.Kraft.Europa“ lautet das Motto 2022 in Stuttgart und vereint damit, so der Veranstalter, „alle Lebensbereiche, auf die wir als Gemeinschaft von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender, transsexuellen, intersexuellen und queeren Menschen unseren Blick besonders scharf richten müssen“. Auch wir werden wieder mit einem Stand und vermutlich der beliebten Bimmelbahn bei der Parade dabei sein. Weitere Infos und Anmelde-Möglichkeiten geben wir zeitnah bekannt.

Das Motto des diesjährigen CSDs in Stuttgart. Grafik: IG CSD Stuttgart
Grafik: CSD Karlsruhe

Natürlich geht die CSD-Saison aber schon viel früher los. Der erste CSD in Baden-Württemberg ist der in Karlsruhe am 4. Juni, im eigentlichen „Pride Month“. Der CSD Karlsruhe nimmt in diesem Jahr ganz die Jugend in den Blick. So lautet das Motto: „Queer ist kein Hobby – Sichtbarkeit für queere Jugendliche“. Auch hier soll es aber nicht nur um die Community vor Ort gehen, sondern wie in Stuttgart wird der Blick auf ganz Deutschland und auch Europa geweitet. „Mit welchen Vorurteilen und Anfeindungen haben vor allem queere Jugendliche zu kämpfen? Welche Probleme unterscheiden sie von Erwachsenen, und wie kann queeren Jugendlichen eine Plattform geboten werden, um sich auszudrücken?“ heißt es in der Ankündigung der Veranstalter. In der Innenstadt soll es eine Demo-Parade, ein Familienfest erstmals auf dem Marktplatz und ein Rahmenprogramm geben. Für die Teilnahme bei allem kann sich jetzt schon angemeldet werden.

Es folgt im Juni ein geballtes CSD-Wochenende. Denn am 25. Juni ist nicht nur in Freiburg Christopher Street Day, sondern auch in Tübingen und – ganz neu – eine Pride-Demo in Ravensburg. In Südbaden ist bisher nur bekannt, dass es bewährt Parade und Kundgebung geben soll. Weitere Infos folgen. Im Universitätsstädtchen Tübingen hat zwar erst im Oktober 2021 der erste CSD mit Parade seit 30 Jahren stattgefunden. Aber der Verein will auch die eigentliche Pride Season nicht auslassen. Auch hier folgen weitere Infos noch. In Ravensburg und Weingarten haben sich seit vergangenem Jahr ein paar Leute zusammengefunden, die für mehr queere Sichtbarkeit sorgen wollen. Auch hier gab es 2021 schon vereinzelt Aktionen. Für diesen Sommer hat der Verein „Übergang zur Vielfalt“ eine ganze Pride Week für Oberschwaben geplant. Los geht es am 18. Juni mit einer Eröffnungsfeier, einen Tag später ist offenes Bühnenprogramm geplant, gefolgt von Workshops und Vorträgen vom 20. bis 23. Juni. Am 24. Juni soll es einen Gender-Expression-Workshop geben mit anschließender Show. Am 25. Juni folgt der Höhepunkt mit einem Demo-Zug von Ravensburg nach Weingarten, mit anschließender Party. Und am Sonntag danach (26.6.) soll es noch ein „After-Pride-Picknick“ geben. Für die queere Bühne kann sich schon angemeldet werden, über Instagram oder per Mail an uebergang-zur_vielfalt.wgt@gmx.de.

Auch am 9. Juli knäult es sich leider. Alle Demo-Willigen haben die Qual der Wahl zwischen Konstanz, Schwäbisch Hall und der Dorfpride, die dieses Jahr in Ladenburg (Rhein-Neckar-Kreis) stattfindet, wie seit dieser Woche bekannt ist. Der „CSD am See„, seit Jahren in Eintracht zwischen Kreuzlingen und Konstanz am Bodensee, organisiert von einem deutsch-schweizer Verein, wird leider in diesem Jahr wirklich nur ein Baden-Württemberger sein. Es gab Streitigkeiten und Abspaltungsbewegungen im Vorstand des Vereins, so dass der Schweizer Teil raus ist. Wir bedauern das sehr, war es doch stets der ganz besondere Reiz dieses CSDs in unserem Süden, dass er mit und in zwei Ländern stattfand. Vielleicht raufen sich ja alle noch zusammen oder die Kreuzlinger:innen feiern einfach trotzdem mit. Auf jeden Fall sollen aber trotzdem eine Parade, ein Straßenfest und eine Kundgebung stattfinden.

Grafik. Dorfpride

Mehr queere Sichtbarkeit auf dem Land – dafür sorgt die Dorfpride jetzt schon im dritten Jahr in Baden-Württemberg. Nach Mühlhausen und Oftersheim findet das Event zwischen Traktoren und Hühnern dieses Mal in Ladenburg statt. Weitere Infos folgen.

Genauso toll und besonders liebenswert wie die Dorfpride finden wir vom LSVD BW die CSD-Aktivitäten in Schwäbisch Hall – quasi auch eine Pride auf dem Land, denn in Hohenlohe ist ja rund um die Festspielstadt auch erstmal nix. Dabei hat Schwäbisch Hall eins der ältesten selbstverwalteten Jugendhäuser und sehr engagierte, muntere Ehrenamtliche. Gut, dass die vor ein paar Jahren beschlossen, auch hier einen Christopher Street Day zu veranstalten. 2012 fand der erste CSD in Heilbronn statt. Aber seitdem hat die Stadt 37 Kilometer von Schwäbisch Hall entfernt dann auch keinen mehr. In Schwäbisch Hall wurde der CSD wegen Corona jetzt zwei Sommer in Folge ausgesetzt. In diesem Jahr soll es wieder Parade, Kundgebung und Straßenfest mit Infoständen geben und natürlich abends eine Party.

Weiter geht’s dann am 23. Juli mit der Queer Pride in Friedrichshafen. Wer sich also ein paar Wochen vorher nicht entscheiden konnte, hat da noch mal die Möglichkeit, am Bodensee zu demonstrieren und zu feiern. Auch hier sind leider noch gar keine Details bekannt.

Am 13. August ist dann der CSD Rhein-Neckar in Mannheim. Ein Motto wird noch gesucht, auch der Ablauf ist noch nicht klar. Vielleicht kann mensch sich ja wieder auf eine Fahrrad-Demo freuen wie im vergangenen Jahr. Wir wissen auch nicht, ob dieses Jahr in Ulm und Neu-Ulm ein CSD stattfindet. Aber vielleicht sind viele dann doch wegen des blöden Virus‘ einfach noch vorsichtig.

Fest steht hingegen schon der Termin des trans Pride in Stuttgart, nämlich der 3. September. Auch hier folgen noch Infos. Stay tuned, wir werden bei Bedarf diesen Artikel laufend updaten.