Entscheidung der Württembergischen Landessynode zur Trauung ist enttäuschend

Weiterhin ist keine Trauung für lesbische und schwule Paare in der Ev. Landeskirche in Württemberg möglich. Der LSVD+ BW bedauert die Entscheidung der Landessynode auf ihrer Herbsttagung. Kirche ist vielfältig. Dass es erneut nicht gelungen ist, eine Gleichstellung lesbischer und schwuler Paare herzustellen, ist eine Enttäuschung für alle queeren Mitglieder der Landeskirche.

Die Württembergische Evangelische Landessynode hat während ihrer Herbsttagung in den vergangenen Tagen über eine Änderung des Kirchlichen Gesetzes zur kirchlichen Trauung und des Gottesdienstes anlässlich der Eheschließung beraten. Eine notwendige Zweidrittelmehrheit für eine Änderung, um zukünftig lesbischen und schwulen Paaren die Trauung in ihrer Kirche zu ermöglichen, wurde erneut knapp verfehlt.

Damit schafft die Ev. Landeskirche in Württemberg es wieder nicht, eine Gleichstellung für ihre lesbischen und schwulen Mitglieder zu schaffen – und deren Diskriminierung in dieser Landeskirche geht weiter. Denn die 2019 gefundene Lösung der Segnung auf Basis der Zustimmung durch die Gemeinde stellt eine faulen Kompromiss dar. In 14 Landeskirchen Deutschlands entspricht der Segnungsgottesdienst für homosexuelle Paare automatisch einer Trauung.

Wir leben in Zeiten von Hass gegen queere Menschen – ein starkes Zeichen wäre schön gewesen

Schade, dass die Ev. Landeskirche in Württemberg damit gerade in Zeiten von zunehmender Hasskriminalität gegen queere Menschen und in denen wieder diskutiert wird, wer noch zu unserer Gesellschaft gehört und wer nicht, kein starkes Signal sendet. Sondern mit ihrer Haltung suggeriert, dass schwule und lesbische Paare Menschen zweiter Klasse sind, die sich in ihren Gemeinden weiterhin hinten anstellen sollen. Gleichzeitig hat die Landessynode bei ihrer Herbsttagung jedoch Entschlüsse gegen Diskriminierung und Verfolgung von Christ:innen im Ausland beschlossen.

Der Lesben- und Schwulenverband – Queere Vielfalt Baden-Württemberg e.V. bedauert die Entscheidung. Sie ist leider nicht historisch, sondern historisch rückständig. 

Kundgebung gegen Rechts in Stuttgart am 18. Oktober

Grafik: Bündnis Zusammen gegen Rechts
Grafik: Bündnis Zusammen gegen Rechts

Unter dem Motto „Gegen die Zerstörung des Sozial- und Rechtsstaats“ veranstaltet das Stuttgarter Bündnis gegen rechts am Samstag, 18. Oktober, ab 14 Uhr auf dem Schlossplatz eine Kundgebung. Mit dabei sind Klaus Dörre (Sozialwissenschaftler), Sebastian Molter (Stuttgarts neuer Asyl­pfarrer – begleitet von einer Betroffenen mit Migrationsgeschichte, Ulrich Bausch (Aufbruch zum ­Frieden), Gratian Riter (Schorndorfer Bündnis gegen Rassismus und Rechtsextremismus), für die queere Community Janboris Ann-Kathrin Rätz, Stuttgart gegen Rechts und viele mehr. Joe Bauer moderiert.

Schwungvolle Begleitung kommt von der Latin-Music-Band „Son Sabroso“ und „Dancers across Borders/Salamaleque Dance Company“. Wir begrüßen und unterstützen die Kundgebung. Seid dabei! Alle zusammen gegen den Faschismus!

Ein unvergesslicher Tag im Europa-Park!

Am 17. September durften wir gemeinsam mit vielen Familien beim Aktionstag des Landesfamilienpasses einen wunderschönen Tag voller Abenteuer und Freude im Europa-Park Rust erleben.

Die Rückmeldungen waren überwältigend – so viele Familien haben den Tag in vollen Zügen genossen und sich herzlich bedankt.

Ein großes Dankeschön an das Team des Europa-Parks und das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg für diese tolle Möglichkeit! 

v.l.n.r.: Brigitte Aichele-Frölich (LSVD+BW), Staatssekretärin Dr. Ute Leidig (Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg) mit Mauritia Mack und Jürgen Mack (Inhaber Europa-Park), Foto Copyright: Euro-Park

Weitere Information: Pressemitteilung Europa-Park

Lesbentagung in Bad Boll: „40 Jahre Empowerment – viel geschafft – weiter geht´s!“ vom 12.-14. Dezember

Seit vielen Jahren sind wir Kooperationspartner der Bad Boller Lesbentage und freuen uns daher besonders, die diesjährige Jubiläumstagung anzukündigen: Die traditionelle Tagung für lesbische und queere Frauen jährt sich 2025 zum 40. Mal.

Evangelische Akademie Bad Boll. Foto: Stefan Schillinger
Evangelische Akademie Bad Boll. Foto: Stefan Schillinger

Anlässlich dieses 40. Jubiläums blicken wir auf die Anfänge, die Gegenwart und die Zukunft der Lesbentagung. Mutige lesbische Frauen haben vor 40 Jahren zum ersten Mal in die Evangelische Akademie nach Bad Boll eingeladen. Diese erste Veranstaltung war überschattet von Angst und Sorge. Den Teilnehmerinnen drohten Diskriminierungen und Arbeitsplatzverlust, wenn öffentlich geworden wäre, dass sie Frauen lieben.

Dies hat sich in Deutschland grundlegend geändert. Doch immer noch erleben queere Menschen Kränkungen, Verletzungen und Diskriminierungen innerhalb und außerhalb der Kirche. Mehr noch: Überwunden geglaubte Vorurteile nehmen wieder zu. Autoritäre Machtstrukturen und extremistische Parteien mit homophoben Einstellungen sind im Aufwind. Es gilt, das Erreichte zu verteidigen und sich den antidemokratischen Kräften vereint entgegenzustellen.

Wir gehen auf der Tagung ins Gespräch und fragen: „Hättet Ihr gedacht, dass wir so viel erreichen?“. Gemeinsam werden wir an diesem Adventswochenende auf das Erreichte anstoßen, Solidarität feiern, Achtsamkeit Raum geben, Zukunftsvisionen diskutieren, uns zuhören, besinnlich sein und uns segnen lassen.

Damit stärken wir uns für die Aufgaben, die noch vor uns liegen: Damit das Erreichte nicht verloren geht und Gleichstellung auf der gesellschaftlichen und politischen Tagesordnung bleibt. Wir freuen uns auf Eure Teilnahme, auf inspirierende Gespräche und auf ein feierliches Jubiläum.

Hier geht es zu Anmeldung und Programm der Jubiläumstagung.

Und wie jedes Jahr bieten die Veranstalter zur Einstimmung auf die Hauptveranstaltung vorher am 11. und 12. Dezember eine „Entspannungstagung“ für lesbische und queere Frauen* an. Anmeldung dazu hier.

Jetzt mitmachen: Wir wollen die Ehrenbürgerschaft für Fritz Bauer in Stuttgart!

Eine Unterschriften- und Mitmachaktion der AG Queere Erinnerungskultur des Weissenburg e.V. und „Der Liebe wegen“ an den Stuttgarter Gemeinderat zusammen mit uns und dem IG CSD Stuttgart e.V.. Jetzt mitmachen und Petition unterschreiben!

Wir fordern die Ehrenbürgerschaft für Fritz Bauer, der als Initiator der Frankfurter Auschwitz-Prozesse für die Aufklärung über die Verbrechen des Faschismus unter Hitler Herausragendes geleistet hat. Mit unserer Aktion wollen wir Fritz Bauer auch als Vorkämpfer gegen das §175-Unrecht würdigen.

Ihr könnt die Petition auch hier online unterschreiben! Am 23. Januar 2026 beim Neujahrsempfang des IG CSD Stuttgart e.V. wollen wir sie an eine:n Vertreter:in des Stuttgarter Gemeinderats übergeben.


Bitte gerne Aktion und Petition teilen, weiterleiten und in neuen Kreisen bekannt machen. Vielen Dank für die Unterstützung!