Fritz Bauer: Einladung zu Film und Podiumsdiskussion am 17. Januar in Stuttgart

Wir laden ein zu einer Film- und Diskussionsveranstaltung anlässlich des Gedenktags für die Opfer der NS-Diktatur am Samstag, 17. Januar. Gezeigt wird zuerst der Film „Die Akte General“, anschließend gibt es eine Diskussion zum Thema „Wie das demokratische Vorbild Fritz Bauer in Stuttgart sichtbarer machen?“.

Demokratische Werte stehen unter Druck, während rassistische und queerfeindliche Haltungen wieder sichtbarer werden. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage an Bedeutung, wie Städte heute Haltung zeigen – und welche Persönlichkeiten sie als Vorbilder für Gerechtigkeit, Vielfalt und Menschenrechte sichtbar machen. In Stuttgart wäre es dringend nötig, Fritz Bauer sichtbarer zu machen und sein schaffen nicht nur im Engagement gegen den Nationalsozialismus, sondern auch gegen den Paragrafen 175 zu ehren.

Am 17. Januar lädt daher die AG Queere Erinnerungskultur „Der Liebe wegen“ des Weissenburg e.V. zusammen mit der IG CSD Stuttgart und dem LSVD+ Baden-Württemberg zu Filmvorführung und Diskussion in die Weissenburg (Weißenburgstr. 28a, Stuttgart) ein. Um 18 Uhr wird der Film „Fritz Bauer: Die Akte General“ gezeigt, ab 20 Uhr schließt sich eine Podiumsdiskussion an, die auch ohne vorherigen Filmbesuch wahrgenommen werden kann.

Fritz Bauer, in Stuttgart geboren, ist vor allem als Initiator der Auschwitz-Prozesse bekannt und steht wie kaum ein anderer für die juristische Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen in der Bundesrepublik. Weniger bekannt ist sein langjähriger Einsatz gegen das §175-Unrecht und für die Entkriminalisierung einvernehmlicher (homo-)sexueller Handlungen zwischen Erwachsenen – ein Aspekt seines Wirkens, der im Laufe des Abends ebenfalls aufgegriffen wird.

Ausgangspunkt der Veranstaltung ist die noch bis zum 23.1.2026 laufende Unterschriftenaktion „Ehrenbürgerschaft für Fritz Bauer – auch als Vorkämpfer gegen das §175-Unrecht„. Zwar würdigt die Stadt Stuttgart Fritz Bauers Lebenswerk ausdrücklich, verweist jedoch auf rechtliche Bedenken gegen eine posthume Ehrenbürgerschaft. Die Veranstaltenden nehmen dies zum Anlass, die Debatte zu öffnen und gemeinsam mit der Stadtgesellschaft darüber zu sprechen, wie eine demokratische Stadt Verantwortung übernehmen, Haltung zeigen und das Engagement von Persönlichkeiten wie Fritz Bauer dauerhaft sichtbarer machen kann. In diesem Zusammenhang wird auch der Vorschlag einer Fritz-Bauer-Ehrung als möglicher neuer Weg der öffentlichen Würdigung diskutiert – ausdrücklich als offener Impuls und nicht als festgelegtes Ergebnis. Als Orientierung dient unter anderem die Otto-Hirsch-Auszeichnung, mit der in Stuttgart seit 1985 Engagement für die christlich-jüdische Zusammenarbeit gewürdigt wird.

Auf dem Podium vertreten sein werden:

  • Elke Banabak, Geschäftsführerin der Initiative Lern-  und Gedenkort Hotel Silberr
  • Andreas Keller, Zeichen der Erinnerung
  • Dr. Axel Nothardt, Verbindungslehrer des Wagenburg-Gymnasiums
  • Ralf Bogen, AG Queere Erinnerungskultur „Der Liebe wegen“ des Weissenburg e.V.

Moderiert wird die Veranstaltung von Sven Tröndle, Mitglied im geschäftsführenden Vorstand des Weissenburg e.V.. Mit einem Grußwort von Barbara Straub, Leiterin der Abteilung für Chancengleichheit der Landeshauptstadt Stuttgart. 

Natürlich ist auch für alle anderen Gäste möglich, sich an der Diskussion zu beteiligen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Erinnerungskultur demokratische Werte stärken, Rassismus und Queerfeindlichkeit entgegenwirken und für alle spannend gestaltet werden kann.

Frohe Weihnachten! CU in 2026!

Es war ein bewegtes Jahr – und 2026 wird vermutlich noch rockiger. Aber es war schön mit Euch, wegen Euch. Der Vorstand bedankt sich bei allen für ihren unermüdlichen Einsatz für Menschenrechte in Baden-Württemberg und ganz Deutschland.

Wir hoffen, Ihr habt es schön mit Euren Lieben an den Festtagen und kommt gut rüber. Wir sehen uns powerful in 2026 wieder! Eure Brigitte, Kerstin, Katharina und Uli

Frohe Weihnachten, bunte Bäume und Geschenke - und einen guten Rutsch! Grafik: Kerstin Rudat via Canva
Frohe Weihnachten, bunte Bäume und Geschenke – und einen guten Rutsch! Grafik: Kerstin Rudat via Canva

Entscheidung der Württembergischen Landessynode zur Trauung ist enttäuschend

Weiterhin ist keine Trauung für lesbische und schwule Paare in der Ev. Landeskirche in Württemberg möglich. Der LSVD+ BW bedauert die Entscheidung der Landessynode auf ihrer Herbsttagung. Kirche ist vielfältig. Dass es erneut nicht gelungen ist, eine Gleichstellung lesbischer und schwuler Paare herzustellen, ist eine Enttäuschung für alle queeren Mitglieder der Landeskirche.

Die Württembergische Evangelische Landessynode hat während ihrer Herbsttagung in den vergangenen Tagen über eine Änderung des Kirchlichen Gesetzes zur kirchlichen Trauung und des Gottesdienstes anlässlich der Eheschließung beraten. Eine notwendige Zweidrittelmehrheit für eine Änderung, um zukünftig lesbischen und schwulen Paaren die Trauung in ihrer Kirche zu ermöglichen, wurde erneut knapp verfehlt.

Damit schafft die Ev. Landeskirche in Württemberg es wieder nicht, eine Gleichstellung für ihre lesbischen und schwulen Mitglieder zu schaffen – und deren Diskriminierung in dieser Landeskirche geht weiter. Denn die 2019 gefundene Lösung der Segnung auf Basis der Zustimmung durch die Gemeinde stellt eine faulen Kompromiss dar. In 14 Landeskirchen Deutschlands entspricht der Segnungsgottesdienst für homosexuelle Paare automatisch einer Trauung.

Wir leben in Zeiten von Hass gegen queere Menschen – ein starkes Zeichen wäre schön gewesen

Schade, dass die Ev. Landeskirche in Württemberg damit gerade in Zeiten von zunehmender Hasskriminalität gegen queere Menschen und in denen wieder diskutiert wird, wer noch zu unserer Gesellschaft gehört und wer nicht, kein starkes Signal sendet. Sondern mit ihrer Haltung suggeriert, dass schwule und lesbische Paare Menschen zweiter Klasse sind, die sich in ihren Gemeinden weiterhin hinten anstellen sollen. Gleichzeitig hat die Landessynode bei ihrer Herbsttagung jedoch Entschlüsse gegen Diskriminierung und Verfolgung von Christ:innen im Ausland beschlossen.

Der Lesben- und Schwulenverband – Queere Vielfalt Baden-Württemberg e.V. bedauert die Entscheidung. Sie ist leider nicht historisch, sondern historisch rückständig. 

Ein unvergesslicher Tag im Europa-Park!

Am 17. September durften wir gemeinsam mit vielen Familien beim Aktionstag des Landesfamilienpasses einen wunderschönen Tag voller Abenteuer und Freude im Europa-Park Rust erleben.

Die Rückmeldungen waren überwältigend – so viele Familien haben den Tag in vollen Zügen genossen und sich herzlich bedankt.

Ein großes Dankeschön an das Team des Europa-Parks und das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg für diese tolle Möglichkeit! 

v.l.n.r.: Brigitte Aichele-Frölich (LSVD+BW), Staatssekretärin Dr. Ute Leidig (Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg) mit Mauritia Mack und Jürgen Mack (Inhaber Europa-Park), Foto Copyright: Euro-Park

Weitere Information: Pressemitteilung Europa-Park

Lesbentagung in Bad Boll: „40 Jahre Empowerment – viel geschafft – weiter geht´s!“ vom 12.-14. Dezember

Seit vielen Jahren sind wir Kooperationspartner der Bad Boller Lesbentage und freuen uns daher besonders, die diesjährige Jubiläumstagung anzukündigen: Die traditionelle Tagung für lesbische und queere Frauen jährt sich 2025 zum 40. Mal.

Evangelische Akademie Bad Boll. Foto: Stefan Schillinger
Evangelische Akademie Bad Boll. Foto: Stefan Schillinger

Anlässlich dieses 40. Jubiläums blicken wir auf die Anfänge, die Gegenwart und die Zukunft der Lesbentagung. Mutige lesbische Frauen haben vor 40 Jahren zum ersten Mal in die Evangelische Akademie nach Bad Boll eingeladen. Diese erste Veranstaltung war überschattet von Angst und Sorge. Den Teilnehmerinnen drohten Diskriminierungen und Arbeitsplatzverlust, wenn öffentlich geworden wäre, dass sie Frauen lieben.

Dies hat sich in Deutschland grundlegend geändert. Doch immer noch erleben queere Menschen Kränkungen, Verletzungen und Diskriminierungen innerhalb und außerhalb der Kirche. Mehr noch: Überwunden geglaubte Vorurteile nehmen wieder zu. Autoritäre Machtstrukturen und extremistische Parteien mit homophoben Einstellungen sind im Aufwind. Es gilt, das Erreichte zu verteidigen und sich den antidemokratischen Kräften vereint entgegenzustellen.

Wir gehen auf der Tagung ins Gespräch und fragen: „Hättet Ihr gedacht, dass wir so viel erreichen?“. Gemeinsam werden wir an diesem Adventswochenende auf das Erreichte anstoßen, Solidarität feiern, Achtsamkeit Raum geben, Zukunftsvisionen diskutieren, uns zuhören, besinnlich sein und uns segnen lassen.

Damit stärken wir uns für die Aufgaben, die noch vor uns liegen: Damit das Erreichte nicht verloren geht und Gleichstellung auf der gesellschaftlichen und politischen Tagesordnung bleibt. Wir freuen uns auf Eure Teilnahme, auf inspirierende Gespräche und auf ein feierliches Jubiläum.

Hier geht es zu Anmeldung und Programm der Jubiläumstagung.

Und wie jedes Jahr bieten die Veranstalter zur Einstimmung auf die Hauptveranstaltung vorher am 11. und 12. Dezember eine „Entspannungstagung“ für lesbische und queere Frauen* an. Anmeldung dazu hier.