„Ohne uns kein Wir“ – Das war die Stuttgart Pride 2026

Unter dem Motto „Ohne uns kein Wir“ fand in diesem Jahr die Stuttgart Pride statt. Wir hatten bis Samstagabend eine tolle Demonstration mit der Bimmelbahn, bis uns die Nachricht vom Anschlag auf den Berliner CSD erreichte. Unsere Welt ist nicht mehr dieselbe.

Wir sind traurig, wütend und fassungslos. Unsere Gedanken und unsere Anteilnahme sind bei den Opfern, deren Angehörigen und der Berliner Community. Wir stehen zusammen und werden weiter auf die Straße gehen und für unsere Rechte kämpfen. Wir lassen uns weder instrumentalisieren, noch spalten. Und wir wollen, dass den Worten von Politiker:innen nun Taten folgen.

Man erkennt den Wert einer Gesellschaft daran, wie sie mit den Schwächsten ihrer Glieder verfährt.

Gustav Heinemann

Diese Bundesregierung hat sich seither nicht gerade als Freundin der queeren Community ausgezeichnet. Und jeder Extremismus hat eine Grundlage: gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Es ist jetzt ein schlechter Zeitpunkt, Demokratie-Förderprogramme und die Zuschüsse für queere Projekte zu streichen oder zusammenzukürzen. Wir haben das jahrelang wiederholt gesagt: Es geht um die Werte der Demokratie, wenn wir angegriffen werden. Hass tötet.

Danke an alle, die da waren, uns begleitet haben, geholfen haben, am Sonntag an Stand und Spielstraße vorbeigeschaut haben. Danke an unsere BerTA-Schirmfrau Brigitte Lösch und Sozialminister Oliver Hildenbrand.

Haushaltsberatungen der Kommunen: Keine Kürzungen für queere Projekte!

Den Städten und Gemeinden geht es so schlecht wie lange nicht. Sie müssen sparen. Bei den jetzt überall stattfindenden Haushaltsverhandlungen sollte aber mit Maß und Mitte vorgegangen werden. Wo queere Projekte gestoppt werden und Strukturen in den Communities wegfallen, verschwindet auch ein Stück Demokratieförderung. Vor der Kommunalwahl im vergangenen Jahr hatten sich viele Parteien und Wähler:innengemeinschaften bei einer Abfrage des LSVD+ BW zu queeren Strukturen bekannt.

Momentan verhandeln die meisten Kommunen in Baden-Württemberg ihre Haushalte für das kommende Jahr oder sogar einen Doppelhaushalt für 2026/27. Die Lage ist denkbar schlecht: Sinkende Einnahmen bei den Gewerbesteuern, vor allem aus der Automobilindustrie, bei laufenden Kosten für städtische Betriebe und immer mehr Aufgaben durch den Bund, die aber nicht finanziell gedeckelt werden. Und es gibt Rekord-Schulden, aber keine Investitionen.

Schwer erkämpfte queere Strukturen und Projekte könnten plötzlich wegfallen

In vielen Städten und Gemeinden sind freiwillige Leistungen schon weggefallen oder Projekte, beispielsweise zur Demokratieförderung, ausgelaufen und werden nicht weiter gefördert. Das ist zugegebenermaßen eine schlimme Situation für die Kommunen. Der LSVD+ BW warnt davor, in der jetzigen Situation leichtfertig hart errungene queere Projekte, Strukturen oder sogar Ämter wie eine Queerbeauftragung wieder zu streichen oder drastisch zu kürzen.

Sollten die Kürzungen in der geplanten Form überall wirklich eintreten, sind besonders diejenigen betroffen, die am meisten auf Solidarität angewiesen sind: Kinder und Jugendliche, Menschen mit Behinderungen, Obdachlose, Schutzsuchende, Betroffene von Gewalt und Diskriminierung – und eben auch queere Menschen.

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