Themen-ILSE am 22.10.: Regenbogenfamilien und Vielfalt in der Schule

Vielfalt – ein Schlagwort, das auch in der Schule eine immer größere Rolle spielt. Aber ist Vielfalt wirklich in der Schule angekommen? Wie sieht die Realität aus für Schüler*innen und Lehrende? Wie wird das Thema begleitet und gelebt? Damit wollen wir uns bei der nächsten Themen-ILSE online am 22. Oktober um 20 Uhr beschäftigen.

Wir freuen uns auf ein Interview mit Lennard, der die 7. Klasse eines Stuttgarter Gymnasiums besucht und uns von seinen Erfahrungen als Kind einer Regenbogenfamilie berichten wird. Darüber hinaus konnten wir zwei Referentinnen der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) gewinnen, die uns die Themen Bildungsplan und die Forderungen der GEW näherbringen und aus Perspektive der Lehrenden berichten werden.

Diesmal findet die Themen-ILSE online an einem Freitag und bereits um 20 Uhr statt. Denn auch (Schul-)Kinder sind herzlich eingeladen, an dieser Online-Veranstaltung teilzunehmen, zuzuhören oder gerne auch zu erzählen, wie ihre Erfahrungen in der Schule sind. Wie immer sind wir gespannt auf Eure Wortbeiträge, auf einen regen Austausch und auf spannende Fragen an die Gäste.

Der Themenabend wird über die Plattform Zoom stattfinden. Anmelden könnt Ihr Euch ab sofort bis spätestens 21. Oktober mit einer E-Mail an themen.ilse@lsvd.de. Als Betreff gebt Ihr bitte „Themen-ILSE Oktober“ ein. Am Veranstaltungstag erhaltet Ihr dann einen Link zum Zoom-Meeting. Eine Anmeldebestätigung wird vorher nicht verschickt. Eine allgemeine Anleitung zum Beitreten eines Meetings auf Zoom findetIihr hier: https://support.zoom.us/hc/de/articles/201362193-An-einem-Meeting-teilnehmen.

Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnahme! Eure ILSE BW

Die Themen-ILSE Online startet mit dieser Veranstaltung in eine neue Saison und ist pünktlich zur kälteren Jahreszeit zurück mit Online-Themenabenden rund um Regenbogenfamilien. Das Team der baden-württembergischen ILSE-Gruppen hat sich wieder ein Programm bis ins Frühjahr hinein überlegt, interessante Fachkräfte und spannende Gäste eingeladen, die aus ihrem Arbeitsbereich oder von eigenen Erfahrungen berichten werden. Und wie immer bleibt viel Platz für Fragen und Austausch. Leitet die Mails mit den Veranstaltungshinweisen gerne weiter und erzählt von unserem Format. Und wenn Ihr Ideen oder Themenwünsche habt, meldet Euch gerne bei uns unter themen.ilse@lsvd.de.

Note Ungenügend: Kultusministerium lässt sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in Schulen in Baden-Württemberg nahezu unberücksichtigt

Seit dem Schuljahr 2016/2017 sind die neuen Bildungspläne in Baden-Württemberg in Kraft. Mit ihnen hatte das Kultusministerium sechs Leitperspektiven verankert, darunter auch für das Thema „sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“. In einem Antrag fordert die Grünen-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg jetzt eine Überprüfung der Umsetzung und eine Studie zur Situation von LSBTTIQ-Jugendlichen und -Lehrerkräften im Bildungsbereich. Eine Stellungnahme des Kultusministeriums, die dem LSVD vorliegt, lässt vermuten, dass LSBTTIQ-Identitäten bisher in Schule und Unterricht eher keine Berücksichtigung fanden.

Es ist sehr enttäuschend, dass das Kultusministerium es in mehr als drei Jahren nicht geschafft hat, die Lebensrealitäten von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen, Transgendern, Intersexuellen und queeren Menschen (LSBTTIQ) in Schule, Unterricht und Lehrkräftefortbildungen zu berücksichtigen, geschweige denn fachbezogene Ansprechpersonen in der Schulverwaltung zu schaffen oder sich für das Lehrpersonal beratend von außen zu suchen. Das gleicht einem Totalausfall. Bereits 2016 wir vorfehlender Verbindlichkeit und Überprüfbarkeit gewarnt. Leider sehen wir uns damit in unseren Befürchtungen bestätigt„, erklärt Kerstin Fritzsche aus dem Landesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) Baden-Württemberg.

Wie der Antwort von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) zu entnehmen ist, wird erst jetzt am Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung eine Handreichung erstellt. Diese soll dann vermutlich im Herbst für Schulpsycholog*innen und Beratungslehrer*innen verfügbar sein. Gesellschaftliche Vielfalt gehört zum heutigen Alltag, auf den Schule vorbereiten muss. Das ist originärer Bestandteil ihres Bildungsauftrags, damit Kinder und Jugendliche ein positives und akzeptierendes Selbstbild entwickeln und sich gegen Diskriminierungen behaupten können. Über die Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Identitäten muss sachlich und angemessen informiert werden, im Schulunterricht, aber auch in Schulbüchern. In Baden-Württemberg wurden die neuen Lehrpläne 2016/17 extra so angelegt, dass diese Leitperspektive nicht nur für den Biologieunterricht gilt, sondern fächerübergreifend. Im Schulalltag ist das offensichtlich nicht der Fall.

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