Demo gegen Queerfeindlichkeit am 17. Mai – Seid dabei!

Unter dem Motto „At the Heart of Democracy“ (Im Herzen der Demokratie) findet am 17. Mai in diesem Jahr der internationale Tag gegen Queerfeindlichkeit, der IDAHOBITA, statt. Wir wollen am Nachmittag in einem breiten Bündnis demonstrieren. Seid dabei! Musik und Redebeiträge gibt es auch.

IDAHOBITA 2026. Grafik: IG CSD Stuttgart
IDAHOBITA 2026. Grafik: IG CSD Stuttgart

Am 17. Mai, dem internationalen Protesttag gegen Queerfeindlichkeit, demonstrieren verschiedene Organisationen der queeren Communities Stuttgarts und ihre Unterstützer:innen gemeinsam gegen die zunehmende Gewalt und Hetze gegen queere Menschen und den Rechtsruck von Politik und Gesellschaft – hier in Deutschland. Auch international ist die Situation von queeren Menschen wieder schlechter geworden, weltweit gibt es antidemokratische Entwicklungen. Queere Communities sind unter Druck und vielseitigen Gefahren ausgesetzt.

Allein für Europa listet die ILGA (International Lesbian an Gay Association) in ihrem letzten jährlichen Bericht vor allem fünf gefährliche Trends auf:

  • In sieben Ländern wurden so genannte LGBT-Propaganda-Gesetze erlassen oder eingebracht, die die Sichtbarkeit und Diskussion von LSBTIQ*-Themen kriminalisieren und einschränken.
  • Gleichzeitig wurden in Bulgarien, Georgien, Ungarn und Montenegro sogenannte „Ausländische-Agenten-Gesetze“ eingebracht bzw. erlassen. Diese Gesetze zwingen LSBTIQ*-Organisationen, sich als aus dem Ausland finanzierte Organisationen registrieren zu lassen.
  • Anti-LSBTIQ*-Gesetze werden zunehmend im Bildungsbereich angewandt, indem die Inklusion von LSBTIQ*-Themen in Lehrplänen und Sensibilisierungsinitiativen eingeschränkt oder verhindert wird. Darüber hinaus wurden in neun Ländern Versuche unternommen, Gesetze einzuführen, die LSBTIQ*-Themen aus dem Sexualkundeunterricht ausschließen würden.
  • Hassreden werden normalisiert, vor allem durch politische und religiöse Führungspersonen. Die Zahl an Hasskriminalität gegen queere Menschen hat ein Rekordniveau erreicht. Gleichzeitig wird in Ländern wie Georgien, Ungarn, Irland, Rumänien und dem Vereinigten Königreich Angstmache betrieben, um Beschränkungen für die Gesundheitsversorgung von trans*-Personen zu rechtfertigen.
  • Viele europäische Länder, darunter Österreich, Belgien und Irland, lehnen Asylanträge aus teils willkürlichen Gründen ab, unter anderem aus dem Grund, dass die antragstellende Person nicht „lesbisch/schwul/queer genug“ sei.

Von 15:30 bis 17:30 Uhr laden wir zu persönlichen Gesprächen auf den Schlossplatz ein. Außerdem gibt es Reden und Musik. Seid dabei, kommt mit uns ins Gespräch und setzt mit uns ein Zeichen! Denn die Verteidigung queerer Rechte ist essenziell für den Erhalt der Demokratie. Queer rights are human rights!

Zum Organisationteam des IDAHOBITA* 2026 gehören neben uns und der federführenden IG CSD Stuttgart e.V. das Projekt 100% MENSCH, Mission TRANS*, die Weissenburg – Zentrum LSBTIQA+ Stuttgart, das fetz (Frauenberatungs- und Therapiezentrum Stuttgart), Abseitz Stuttgart e.V., die AIDS-Hilfe Stuttgart e.V., AG Queere Erinnerungskultur – „Der-Liebe-wegen“, just human, LC Stuttgart e.V., Verein zur Förderung von Jugendlichen e.V. – Stuttgart und die GEW – Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

Die Organisationen laden die Stadtgesellschaft ein, sich an diesem wichtigen internationalen Protesttag mit den queeren Communities zu solidarisieren.

Gleichberechtigung für Regenbogenfamilien – Feiert den IFED mit uns am 3. Mai!

Regenbogenfamilien sichtbar und auf ihre immer noch fehlende Gleichberechtigung aufmerksam zu machen – dafür findet jedes Jahr am ersten Sonntag im Mai der IFED – Internation Family Equality Day – statt. Auch in diesem Jahr wollen wir wieder in Stuttgart und Karlsruhe ein Zeichen setzen. Denn noch immer ist beispielsweise das Abstammungsrecht nicht reformiert worden. Und es gibt keine rechtlichen Regelungen für Mehrelternschaft oder Familien mit TIN*-Personen. Seid dabei, macht mit, kommt vorbei, supportet Regenbogenfamilien! Der diesjährige IFED steht unter dem Motto “Selbstbestimmt Familie!”.

Feiert den IFED mit uns bei einem Brunch bei BerTA!
Feiert den IFED mit uns bei einem Brunch bei BerTA!

In Stuttgart findet am 3. Mai von 11 bis 13 Uhr in den Räumen unserer Beratungsstelle BerTA ein Brunch für Regenbogenfamilien statt. Wir freuen uns über Essenspenden, bringt bitte Salate, Fingerfood und Kuchen. Wir stellen Brötchen, Aufstrich und Getränke (Kaffee, Tee, Wasser, Schorle). Bezüglich Unverträglichkeiten bitte entsprechend Speisen selbst mitbringen.

Wir demonstrieren in Karlsruhe am 3.5..
Wir demonstrieren in Karlsruhe am 3.5..

In Karlsruhe soll am Sonntag wieder eine Kundgebung vor dem Bundesverfassungsgericht stattfinden. Dazu treffen sich interessierte auf dem Marktplatz bei der Pyramide. Um 13 Uhr startet dort die kurze Demonstration über den Platz der Grundrechte und den Schlossplatz bis zum Bundesverfassungsgericht. Dort gibt es dann eine Abschlusskundgebung mit Ansprachen.

Für einen Infopavillon und Spiele für die Kinder ist vor Ort gesorgt. Das Ende der Kundgebung ist spätestens für 15:30 Uhr geplant. Danach bietet sich der Schlosspark für Aktivitäten mit der Familie an. Es gibt Spielplätze und eine Bimmelbahn, mit der man durch den Park fahren kann.

Unterschriften zu Fritz Bauer übergeben – Online-Petition beendet

Beim CSD-Neujahresempfang am 23. Januar 2026 im Wizemann in Stuttgart konnten die Akteure der Online-Unterschriftenaktion Ehrenbürgerschaft für Fritz Bauer – auch als Vorkämpfer gegen das §175-Unrecht“ der AG Queere Erinnerungskultur „Der-Liebe-wegen“, Kerstin Rudat (LSVD+ Baden-Württemberg), Lars Lindauer (IG CSD Stuttgart), Ralf Bogen (Internetprojekt „Der-Liebe-wegen.org“) und Sven Tröndle (Weissenburg e.V.) 2.036 Unterschriften Frau Bürgermeisterin Isabel Fezer (Referat Jugend und Bildung) symbolisch übergeben.

Unterschriften-Übergabe beim CSD-Neujahrsempfang am 23.01.26 Foto: IG CSD Stuttgart
Unterschriften-Übergabe beim CSD-Neujahrsempfang am 23.01.26 Foto: IG CSD Stuttgart

Sie bedankten sich bei allen Unterstützenden und appellierten an die Stadträte, jetzt ein Zeichen zu setzen und Fritz Bauer eine angemessene Ehrung für sein außerordentliches demokratisches Engagement zuteil werden zu lassen. Wir sind gespannt, was aus der Aktion wird!

Fritz Bauer: Einladung zu Film und Podiumsdiskussion am 17. Januar in Stuttgart

Wir laden ein zu einer Film- und Diskussionsveranstaltung anlässlich des Gedenktags für die Opfer der NS-Diktatur am Samstag, 17. Januar. Gezeigt wird zuerst der Film „Die Akte General“, anschließend gibt es eine Diskussion zum Thema „Wie das demokratische Vorbild Fritz Bauer in Stuttgart sichtbarer machen?“.

Demokratische Werte stehen unter Druck, während rassistische und queerfeindliche Haltungen wieder sichtbarer werden. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage an Bedeutung, wie Städte heute Haltung zeigen – und welche Persönlichkeiten sie als Vorbilder für Gerechtigkeit, Vielfalt und Menschenrechte sichtbar machen. In Stuttgart wäre es dringend nötig, Fritz Bauer sichtbarer zu machen und sein schaffen nicht nur im Engagement gegen den Nationalsozialismus, sondern auch gegen den Paragrafen 175 zu ehren.

Am 17. Januar lädt daher die AG Queere Erinnerungskultur „Der Liebe wegen“ des Weissenburg e.V. zusammen mit der IG CSD Stuttgart und dem LSVD+ Baden-Württemberg zu Filmvorführung und Diskussion in die Weissenburg (Weißenburgstr. 28a, Stuttgart) ein. Um 18 Uhr wird der Film „Fritz Bauer: Die Akte General“ gezeigt, ab 20 Uhr schließt sich eine Podiumsdiskussion an, die auch ohne vorherigen Filmbesuch wahrgenommen werden kann.

Fritz Bauer, in Stuttgart geboren, ist vor allem als Initiator der Auschwitz-Prozesse bekannt und steht wie kaum ein anderer für die juristische Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen in der Bundesrepublik. Weniger bekannt ist sein langjähriger Einsatz gegen das §175-Unrecht und für die Entkriminalisierung einvernehmlicher (homo-)sexueller Handlungen zwischen Erwachsenen – ein Aspekt seines Wirkens, der im Laufe des Abends ebenfalls aufgegriffen wird.

Ausgangspunkt der Veranstaltung ist die noch bis zum 23.1.2026 laufende Unterschriftenaktion „Ehrenbürgerschaft für Fritz Bauer – auch als Vorkämpfer gegen das §175-Unrecht„. Zwar würdigt die Stadt Stuttgart Fritz Bauers Lebenswerk ausdrücklich, verweist jedoch auf rechtliche Bedenken gegen eine posthume Ehrenbürgerschaft. Die Veranstaltenden nehmen dies zum Anlass, die Debatte zu öffnen und gemeinsam mit der Stadtgesellschaft darüber zu sprechen, wie eine demokratische Stadt Verantwortung übernehmen, Haltung zeigen und das Engagement von Persönlichkeiten wie Fritz Bauer dauerhaft sichtbarer machen kann. In diesem Zusammenhang wird auch der Vorschlag einer Fritz-Bauer-Ehrung als möglicher neuer Weg der öffentlichen Würdigung diskutiert – ausdrücklich als offener Impuls und nicht als festgelegtes Ergebnis. Als Orientierung dient unter anderem die Otto-Hirsch-Auszeichnung, mit der in Stuttgart seit 1985 Engagement für die christlich-jüdische Zusammenarbeit gewürdigt wird.

Auf dem Podium vertreten sein werden:

  • Elke Banabak, Geschäftsführerin der Initiative Lern-  und Gedenkort Hotel Silberr
  • Andreas Keller, Zeichen der Erinnerung
  • Dr. Axel Nothardt, Verbindungslehrer des Wagenburg-Gymnasiums
  • Ralf Bogen, AG Queere Erinnerungskultur „Der Liebe wegen“ des Weissenburg e.V.

Moderiert wird die Veranstaltung von Sven Tröndle, Mitglied im geschäftsführenden Vorstand des Weissenburg e.V.. Mit einem Grußwort von Barbara Straub, Leiterin der Abteilung für Chancengleichheit der Landeshauptstadt Stuttgart. 

Natürlich ist auch für alle anderen Gäste möglich, sich an der Diskussion zu beteiligen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Erinnerungskultur demokratische Werte stärken, Rassismus und Queerfeindlichkeit entgegenwirken und für alle spannend gestaltet werden kann.

Ehrenbürgerschaft für Fritz Bauer: Stadt Stuttgart bringt neue Ehrungsform in Gespräch

Die Unterschriftenaktion „Ehrenbürgerschaft für Fritz Bauer – auch als Vorkämpfer gegen das §175-Unrecht“, die wir gemeinsam mit dem Projekt „Der Liebe wegen“, der Weissenburg und der IG CSD Stuttgart angestoßen haben, erfährt breite Unterstützung. Mehr als 1.200 Menschen unterstützen das Anliegen. Über 200 Kommentare auf der Plattform Open Petition bekräftigen den Wunsch, Fritz Bauer als demokratisches und moralisches Vorbild in Stuttgart sichtbarer zu machen. Nach Gesprächen mit dem zuständigen Amt in der Stadtverwaltung Stuttgart wird aber klar: Eine Ehrenbürgerschaft kann laut der baden-württembergischen Gemeindeordnung nicht posthum an jemanden verliehen werden. Wir wollen aber weitermachen, weil es andere Möglichkeiten gibt.

Weiterlesen