Ehrenbürgerschaft für Fritz Bauer: Stadt Stuttgart bringt neue Ehrungsform in Gespräch

Die Unterschriftenaktion „Ehrenbürgerschaft für Fritz Bauer – auch als Vorkämpfer gegen das §175-Unrecht“, die wir gemeinsam mit dem Projekt „Der Liebe wegen“, der Weissenburg und der IG CSD Stuttgart angestoßen haben, erfährt breite Unterstützung. Mehr als 1.200 Menschen unterstützen das Anliegen. Über 200 Kommentare auf der Plattform Open Petition bekräftigen den Wunsch, Fritz Bauer als demokratisches und moralisches Vorbild in Stuttgart sichtbarer zu machen. Nach Gesprächen mit dem zuständigen Amt in der Stadtverwaltung Stuttgart wird aber klar: Eine Ehrenbürgerschaft kann laut der baden-württembergischen Gemeindeordnung nicht posthum an jemanden verliehen werden. Wir wollen aber weitermachen, weil es andere Möglichkeiten gibt.

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Entscheidung der Württembergischen Landessynode zur Trauung ist enttäuschend

Weiterhin ist keine Trauung für lesbische und schwule Paare in der Ev. Landeskirche in Württemberg möglich. Der LSVD+ BW bedauert die Entscheidung der Landessynode auf ihrer Herbsttagung. Kirche ist vielfältig. Dass es erneut nicht gelungen ist, eine Gleichstellung lesbischer und schwuler Paare herzustellen, ist eine Enttäuschung für alle queeren Mitglieder der Landeskirche.

Die Württembergische Evangelische Landessynode hat während ihrer Herbsttagung in den vergangenen Tagen über eine Änderung des Kirchlichen Gesetzes zur kirchlichen Trauung und des Gottesdienstes anlässlich der Eheschließung beraten. Eine notwendige Zweidrittelmehrheit für eine Änderung, um zukünftig lesbischen und schwulen Paaren die Trauung in ihrer Kirche zu ermöglichen, wurde erneut knapp verfehlt.

Damit schafft die Ev. Landeskirche in Württemberg es wieder nicht, eine Gleichstellung für ihre lesbischen und schwulen Mitglieder zu schaffen – und deren Diskriminierung in dieser Landeskirche geht weiter. Denn die 2019 gefundene Lösung der Segnung auf Basis der Zustimmung durch die Gemeinde stellt eine faulen Kompromiss dar. In 14 Landeskirchen Deutschlands entspricht der Segnungsgottesdienst für homosexuelle Paare automatisch einer Trauung.

Wir leben in Zeiten von Hass gegen queere Menschen – ein starkes Zeichen wäre schön gewesen

Schade, dass die Ev. Landeskirche in Württemberg damit gerade in Zeiten von zunehmender Hasskriminalität gegen queere Menschen und in denen wieder diskutiert wird, wer noch zu unserer Gesellschaft gehört und wer nicht, kein starkes Signal sendet. Sondern mit ihrer Haltung suggeriert, dass schwule und lesbische Paare Menschen zweiter Klasse sind, die sich in ihren Gemeinden weiterhin hinten anstellen sollen. Gleichzeitig hat die Landessynode bei ihrer Herbsttagung jedoch Entschlüsse gegen Diskriminierung und Verfolgung von Christ:innen im Ausland beschlossen.

Der Lesben- und Schwulenverband – Queere Vielfalt Baden-Württemberg e.V. bedauert die Entscheidung. Sie ist leider nicht historisch, sondern historisch rückständig. 

Jetzt mitmachen: Wir wollen die Ehrenbürgerschaft für Fritz Bauer in Stuttgart!

Eine Unterschriften- und Mitmachaktion der AG Queere Erinnerungskultur des Weissenburg e.V. und „Der Liebe wegen“ an den Stuttgarter Gemeinderat zusammen mit uns und dem IG CSD Stuttgart e.V.. Jetzt mitmachen und Petition unterschreiben!

Wir fordern die Ehrenbürgerschaft für Fritz Bauer, der als Initiator der Frankfurter Auschwitz-Prozesse für die Aufklärung über die Verbrechen des Faschismus unter Hitler Herausragendes geleistet hat. Mit unserer Aktion wollen wir Fritz Bauer auch als Vorkämpfer gegen das §175-Unrecht würdigen.

Ihr könnt die Petition auch hier online unterschreiben! Am 23. Januar 2026 beim Neujahrsempfang des IG CSD Stuttgart e.V. wollen wir sie an eine:n Vertreter:in des Stuttgarter Gemeinderats übergeben.


Bitte gerne Aktion und Petition teilen, weiterleiten und in neuen Kreisen bekannt machen. Vielen Dank für die Unterstützung!

LSVD+ BW begrüßt neuen Aktionsplan „Für Akzeptanz & gleiche Rechte“ der Landesregierung

Grafik: Sozialministerium BW
Grafik: Sozialministerium BW

Am 20. Mai 2025 hat die grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg die Neufassung des landesweiten Aktionsplans „Für Akzeptanz & gleiche Rechte“ verabschiedet. Der LSVD+ BW begrüßt die darin enthaltenen Maßnahmen. Wir mahnen aber, angesichts des anhaltenden Rechtsrucks und erodierender Sozialausgaben auch politisch alles dafür zu tun, nicht wieder hinter die schwer erkämpften Strukturen zurückzufallen.

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Das war der IDAHOBITA 2025: „The Power of Communities“

Am 17. Mai, dem Internationalen Protesttag gegen Queerfeindlichkeit, haben verschiedene Organisationen der queeren Communities Stuttgarts und ihre Unterstützer*innen gemeinsam gegen die zunehmende Gewalt und Hetze gegen queere Menschen und den Rechtsruck von Politik und Gesellschaft ein Zeichen gesetzt – hier in Deutschland und weltweit unter dem diesjährigen Motto „The Power of Communities“. Es gab auf dem Stuttgarter Schlossplatz die Möglichkeit zu persönlichen Gesprächen mit den queeren Organisationen, Reden, Musik, Drag Show und eine Gedenkaktion.

Musik lieferte Ela Querfeld, wunderbare Auftritte gab es von den Drag-Artists SirDan Manhattan, Holey Father und Ariana Gandhi. Durch den Tag führte Niyat Haile von Black Owned Business Stuttgart. Die Gedenkaktion fand symbolträchtig um 17.50 Uhr statt. Am 17.5.1990 wurde Homosexualität aus dem Krankheitskatalog der WHO gestrichen. Gleichzeitig bezieht sich das Datum auf den §175, der die jahrzehntelange staatliche Verfolgung insbesondere von schwulen und bisexuellen Männern ermöglichte.

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