Und wieder starten wir in eine CSD-Saison! Diesmal geht es hier und da bereits im Mai los. Die Hochzeit ist natürlich im Juni, mit dem Pride Month. Gleichstellungsthemen, für die wir auf die Straße gehen sollten, gibt es immer noch viele. Und leider verschlechtert sich auch das gesellschaftliche Klima. Erfreulicherweise gibt es aber gleich mehrere neue kleine CSDs. Euer Fahrplan für die Pride Season 2026:
In BW soll zum 1.11. eine Änderung der Meldeverordnung in Kraft treten, die TIN*-Personen betrifft. Grafik: Kerstin Rudat
Das baden-württembergische Innenministerium plant die automatisierte und anlasslose Weitergabe sensibler Daten von trans*, inter* und nicht-binären Personen (TIN*) an Polizeibehörden. Die im November veröffentlichte Verordnung zur Änderung der Meldeverordnung soll zum 1. November 2026 in Kraft treten. Das ist nicht mehr viel Zeit, um etwas ändern zu können. Lasst uns gemeinsam bei CSDs, auf Social Media und mit Briefen und Karten an das Innenministerium protestieren. Schreibt euren Abgeordneten, geht in Gespräche.
Um was es genau geht, warum es schlimm und dringend und wichtig ist, was wir tun, was ihr tun könnt:
Save the Date: 2. Regenbogenfamilienkonferenz in Mannheim vom 9. bis 11.10.26
Ja, wir tun es wieder! Nachdem wir 2023 eine erste fulminante Regenbogenfamilien-konferenz veranstaltet haben, machen wir in diesem Jahr wieder eine: vom 9. bis 11. Oktober in Mannheim. Tragt euch schon mal das Datum fett in die Kalender ein. Weitere Details und die Möglichkeit zur Anmeldung kommen so schnell wie möglich hier auf die Website. Und natürlich informieren wir euch auch über Social Media.
Wir müssen heute auch und vor allem über die weltweit prekäre Lage von LSBTIAQ* reden. Weltweit erleben wir derzeit drastische Kürzungen in den Bereichen humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit – mit gravierenden Folgen für Millionen von Menschen. Besonders betroffen sind ohnehin marginalisierte und vulnerable Gruppen, darunter Frauen, Kinder, Menschen mit Behinderungen – und queere Menschen. Tausende fliehen weltweit, weil sie wegen ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität im eigenen Land verfolgt werden.
IDAHOBITA 2026. Grafik: IG CSD Stuttgart
In 65 Ländern der Welt sind homosexuelle Handlungen oder jedweder Ausdruck von Queerness verboten und werden strafrechtlich verfolgt. In mindestens sieben Ländern droht die Todesstrafe für gleichgeschlechtliche Handlungen: in Iran, Jemen, Mauretanien, Saudi-Arabien, Sudan, Uganda und teilweise auch in Somalia. In einigen anderen Ländern wie Afghanistan, Syrien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Teilen Nigerias wird die Todesstrafe ebenfalls angewandt oder droht durch die Anwendung der Scharia. In 38 Ländern ist die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt – in 80 ist sie verboten. Nur in neun Ländern der Welt sind Eingriffe bei Intersex-Kindern und -Jugendlichen verboten. Konversionstherapien sind in nur rund 30 Ländern weltweit verboten.
In Europa haben nur 9 von 49 Ländern umfassende rechtliche Gleichstellung für LSBTIAQ* verankert – Deutschland ist übrigens nicht darunter. 7 europäische Länder haben gar keinen Diskriminierungsschutz für queere Menschen.
Zur Vorstellung des Koalitionsvertrags der neuen baden-württembergischen Landesregierung äußert sich der LSVD⁺ Lesben- und Schwulenverband – Queere Vielfalt Baden-Württemberg wie folgt:
Wir begrüßen das klare Bekenntnis der neuen Landesregierung zu Queerpolitik und dem Schutz queeren Lebens in Baden-Württemberg. Denn wie es der Untertitel des Koalitionsvertrags richtig sagt: Die Zeiten sind stürmisch. Und in stürmischen Zeiten besteht die Gefahr, dass soziale Themen und Minderheiten-Problematiken leichter wieder hinter das bereits Erreichte zurückfallen. Gleichzeitig sehen sich queere Communities Angriffen von allen möglichen Seiten ausgesetzt wie lange nicht mehr. Da braucht es politische Unterstützung und gesetzgeberische Wegstellungen.
Das Wort „queer“ kommt im Koalitionsvertrag fünf Mal vor – an entscheidenden Stellen außer bei Bildung. Der LSVD⁺ BW freut sich, dass die Regierungskoalition von Grünen und CDU weiterhin Selbstbestimmung und Sichtbarkeit fördern will. Da ist allerdings auch noch Luft nach oben.