Kinder und Jugendliche vor queerfeindlichen Positionen und Einflüssen schützen

Wird eine queerfeindliche evangelikale Freikirche in Karlsruhe Träger der Jugendhilfe? LSVD⁺ Verband Queere Vielfalt Baden-Württemberg, CSD Karlsruhe und queerKAstle betrachten die Entwicklung mit Sorge.

KARLSRUHE/STUTTGART, 07.10.2026. Am Mittwoch (7.10.) entscheidet der Jugendhilfe-Ausschuss des Karlsruher Gemeinderats darüber, ob die International Christian Fellowship (kurz ICF) Karlsruhe offiziell Träger der freien Jugendhilfe in Karlsruhe wird. LSVD⁺ Verband Queere Vielfalt Baden-Württemberg, CSD Karlsruhe und queerKAstle betrachten diesen Vorgang mit großer Sorge.

Nach einer Recherche der Organisation FundiWatch ist die evangelikale Freikirche in Teilen als stark queerfeindlich einzuschätzen. Experten schätzen sie außerdem als sektenartig ein, was bei Interessierten zu starker Entfremdung von Familie und Freund:innen führen könne sowie ernsthaften psychosozialen Problemen. Nach einer Recherche von BR Puls lehne die ICF Konversionstherapien für queere Menschen zwar ab. Der Autor des Beitrags konnte aber in Augsburg „Konversionsbehandlungen“ beiwohnen, bei denen er durch Handauflegen und Zungengebet von seiner Homosexualität „befreit“ werden sollte. Homosexualität sei Sünde, aber nicht verhinderbar, sodass homosexuelle Menschen doch dann lieber als Single und enthaltsam leben sollten, wie laut Medienberichten einzelne ICF-Gemeinden in der Vergangenheit verlautbaren ließen.

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Regenbogenfamilienkonferenz vom 9. bis 11.10. in Mannheim: Noch wenige Plätze frei!

Ja, wir tun es wieder und machen eine Regenbogenfamilienkonferenz vom 9. bis 11. Oktober in Mannheim. Seid dabei, es sind noch einige wenige Plätze frei!

Jetzt anmelden zur RBFK 26!
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Die Regenbogenfamilienkonferenz steht in diesem Jahr unter dem Motto „Starke Familien – Familien stärken“ und bietet wieder zahlreiche unterschiedliche Workshops und Vorträge, u.a. zur Selbststärkung und Resilienz als Familie, Wissen zu aktuellen rechtlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen, Austausch mit Expert:innen, Raum für gemeinsame Reflexion und Zeit, andere Familien kennenzulernen und unsere Vielfalt gemeinsam zu feiern.

Vernetzung weit über Baden-Württemberg hinaus

Die Regenbogenfamilienkonferenz ist eine weit über Baden-Württemberg hinausreichende Bildungs- und Empowerment‑Veranstaltung für queere Familien. Unser zentrales Ziel ist es, Familien in ihrer Vielfalt durch Bildung und Vernetzung zu stärken. ALLE Regenbogenfamilien sind willkommen! 2023 kamen Regenbogenfamilien aus ganz Deutschland nach Mannheim. 

Abschluss mit großem Familienfest mit Konzert 

Die Konferenz endet am Sonntagnachmittag (11.) mit einem großen Familienfest mit Zirkus-Vorführung und einem Konzert der Kinderlieder-Macherinnen Suli Puschban aus Berlin und Nica Neulich aus Karlsruhe. Wir freuen uns, dass wir für die diesjährige Regenbogenfamilienkonferenz Oliver Hildenbrand, baden-württembergischer Minister für Soziales, Arbeit und Gesundheit, als Schirmperson gewinnen konnten. Er wird ebenfalls am Sonntagnachmittag anwesend sein und ein Grußwort sprechen.

Hier geht es zum Programm.

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Wir freuen uns auf Euch!

Queere Menschen in BW und RLP bekommen erstmals eine Vertretung im SWR-Rundfunkrat

Stuttgart/Mainz, 09.09.2026. Mit dem neuen SWR-Rundfunkrat, der Ende September seine Arbeit aufnimmt, wird es erstmals einen Selbstvertretungssitz für queere Bürger*innen geben. Die Landesverbände Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz des LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt werden künftig gemeinsam den Sitz im Rundfunkrat des Südwestrundfunks wahrnehmen. Benannt wurde die langjährige Aktivistin und Autorin Janka Kluge aus Stuttgart. Als Vertretung konnte Moderator*in und Künstler*in Janboris Ann-Kathrin Rätz aus Mainz gewonnen werden.

„Öffentlich-rechtliche Medien tragen eine besondere Verantwortung für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Vielfalt. Mit der gemeinsamen Vertretung im neuen Rundfunkrat wollen wir sicherstellen, dass queere Perspektiven im Südwesten fest verankert sind und in die Programmgestaltung einfließen“, erklärt Ulrike Goth aus dem Landesvorstand des LSVD⁺ in Baden-Württemberg.

„Queere Sichtbarkeit in den Medien kann Vorurteile und Feindlichkeiten abbauen. Wir wollen im Rundfunkrat mit dafür sorgen, dass queere Themen differenziert, respektvoll und vielfältig dargestellt werden – jenseits von Klischees und Polarisierung“, ergänzt Joachim Schulte aus dem Landesvorstand des LSVD⁺ in Rheinland-Pfalz.

Im Gegensatz zu anderen gesellschaftlichen Gruppen sind queere Menschen in vielen Aufsichtsgremien deutscher Medienhäuser nicht vertreten. Im Südwestrundfunk wird sich das nun ändern – nach jahrelangem Engagement aus der Zivilgesellschaft. Mit dem neuen SWR-Staatsvertrag wurde erstmals ein Selbstvertretungssitz für LSBTIAQ* im SWR-Rundfunkrat geschaffen. Damit folgen die beiden Landesregierungen und der Sender dem Grundsatz der Vielfaltssicherung, wie ihn das Bundesverfassungsgericht bereits 2014 im Urteil zum ZDF-Staatsvertrag formuliert hat. Dort heißt es, die Zusammensetzung der Rundfunkgremien müsse Personen mit „möglichst vielfältigen Perspektiven und Erfahrungshorizonten aus allen Bereichen des Gemeinwesens“ zusammenführen. Die Amtsperiode des neuen SWR-Rundfunkrats geht bis 2031. Alle Informationen zu seiner Arbeit hier.

Hintergrund
In der Medienberichterstattung über lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und intergeschlechtliche, a_spec sowie weitere queere Menschen (LSBTIAQ*) hat sich in den vergangenen Jahren vieles verbessert. Während viele Redaktionen seriös und differenziert berichten, werden queere Themen in manchen Medien jedoch weiterhin verzerrt, sensationalistisch oder gar abwertend behandelt. Mit einer starken queeren Stimme im Rundfunkrat soll diese Perspektive künftig systematisch gestärkt werden.

Das Bundesverfassungsgericht hat 2014 entschieden, dass die Zusammensetzung von Rundfunkräten dem Prinzip der Vielfaltsicherung entsprechen muss (BVerfG, 1 BvF 1/11). Seitdem haben mehrere Rundfunkanstalten ihre Gremien reformiert. 2015 war eine Kampagne des LSVD erfolgreich, die zu einem Sitz im ZDF-Fernsehrat führte.

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Sitze für LSBTIQ* in Rundfunkräten und Medienanstalten (LSVD⁺)

Darstellung von LSBTIQ* im Fernsehen und den Medien (LSVD⁺)

Jetzt anmelden zur Tagung für lesbische und queere Frauen in Bad Boll!

Erneut sind wir Kooperationspartner der Tagung für lesbische und queere Frauen* in der Ev. Akademie in Bad Boll. In diesem Jahr findet die Tagung etwas früher statt, nämlich vom 4. bis zum 6. Dezember. Das Motto lautet diesmal: „Streitbar – solidarisch – mutig“.

Evangelische Akademie Bad Boll. Foto: Stefan Schillinger
Evangelische Akademie Bad Boll. Foto: Stefan Schillinger

Das Schwerpunktthema „Resilienz“, das wir für die diesjährige Tagung für lesbische und queere Frauen* gewählt haben, ist aktueller denn je. Demokratiefeindlichkeit, Extremismus und der Verlust von Diskursfähigkeit – digital wie analog – stellen auch lesbische und queere Frauen* zunehmend vor Herausforderungen. Wie können wir solidarisch bleiben, uns gegenseitig stärken und als Netzwerk resilienter werden?

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Reformationsdenkmal in Stuttgart wurde zum temporären Gedenkort nach dem Anschlag auf den Berliner CSD

Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD sind wir geschockt, traurig und wütend. Viele von uns waren am Samstag beim CSD in Stuttgart und haben die schlimme Nachricht dann erfahren. Seit Samstagabend ist unsere Welt nicht mehr dieselbe. Etwas Unfassbares ist geschehen.

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